Fumiko Beh war als Schiedsrichterin, Spielleiterin und Fachwartin eine Vorreiterin des Rollstuhlbasketballs in Deutschland. Am heutigen 11. Juni wäre sie 70 Jahre alt geworden.

„Das Rollstuhlbasketball-Herz von Baden-Württemberg hat aufgehört zu schlagen“, sagte Hans-Jürgen Bäumer, zuständig für den Spielbetrieb im deutschen Rollstuhlbasketball, als er zu Beginn der vergangenen Sitzungen jeweils eine Gedenkminute für Fumiko Beh einlegte, die am 14. Mai 2020 nach kurzer und schwerer Krankheit verstorben war.

Fumiko Beh war durch das ehrenamtliche Engagement ihres Mannes Wolfgang, der an Heiligabend 2013 viel zu früh verstorben war, zum Rollstuhlbasketball gekommen. Beide trieben die positive Entwicklung der Sportart im Süden voran. „Mit Fumiko verlieren wir eine engagierte, zuverlässige und stets hilfsbereite Sportkameradin“, schrieb ihr Verein VfR Ludwigsburg, bei dem sie seit 1982 Mitglied war.

Schon Mitte der 70er-Jahre hatte Fumiko Beh die Schiedsrichter-Prüfung im Rollstuhlbasketball bestanden und leitete über 30 Jahre hinweg Spiele in der 1. Bundesliga und der 2. Bundesliga Süd. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundesligakader pfiff sie im Süden weiterhin Spiele und gehörte bis zuletzt auch dem Landesligakader Baden-Württemberg an, für den sie einst selbst den Grundstein legte.

Beh gründete nämlich in den 80er-Jahren die Verbandsliga Baden-Württemberg, die heutige Landesliga. Dort mussten die Vereine bei den Heimspieltagen anfangs selbst Schiedsrichter*innen stellen, doch als die Anforderungen stiegen, brachte Beh Bruno Trull auf die Idee, einen eigenständigen Schiedsrichterkader in Baden-Württemberg aufzubauen. „Fumiko war stets eine zuverlässige und kompetente Schiedsrichterkollegin, von der wir alle viel lernen konnten“, schrieben Trull und Hans Jelen, der kommissarische Schiedsrichterwart der Landesliga Baden-Württemberg, in ihrem Nachruf.

Doch sie war nicht nur Schiedsrichterin, sondern auch stellvertretende Vorsitzende der Spielbetriebskommission (RBBL) im Fachbereich Rollstuhlbasketball des Deutschen Rollstuhl-Sportverbands (DRS) und Spielleiterin der Landesliga Baden-Württemberg, Regionalliga Süd und der 2. Rollstuhlbasketball-Bundesliga. Mit großem Geschick, Beharrlichkeit und immer viel Hilfsbereitschaft half sie dem Rollstuhlbasketball auch durch schwere Zeiten.

Wir vermissen Fumiko Beh schmerzlich und sind sehr dankbar für all die Momente, Diskussionen und Erfahrungen mit ihr. Der Rollstuhlbasketball in Deutschland wäre ohne sie mit Sicherheit ein anderer.